Struktur im Alltag - emotionale Sicherheit und Vertrauen für Kinder

Liebe Eltern, liebe Familie! 

Die Bedeutung von emotionaler Sicherheit und Vertrauen und was „Struktur im Alltag“ damit zu tun hat!

Ich habe mir heute ein paar Gedanken gemacht und diese hier niedergeschrieben. Warum sind Struktur, Vertrauen und das Gefühl von Sicherheit aktuell so wichtig für unsere Kinder?

Kinder fühlen sich sicher und geborgen, wenn der Alltag strukturiert und immer einem gleichen Muster folgt, beispielsweise:

Aufstehen – Frühstücken – Zähne putzen & anziehen – in den Kindergarten fahren – Kinder zu gewohnten Zeiten abholen - nach Hause fahren – Essen – spielen oder lesen – Abendessen – duschen und Pyjama anziehen – "Gute-Nacht-Geschichte" lesen oder vielleicht. eine kurze beliebte Fernsehsendung anschauen – zu Bett gehen – kuscheln – schlafen……

Auch der Kindergarten hat einen geregelten Alltag, er ist strukturiert und läuft im Großen und Ganzen, wie gewohnt ab. Ausnahmen bestätigen die Regeln, aber das ist ok und auch gut so. Denn dann ist es etwas Besonders und wer freut sich nicht über eine kleine Abwechslung? 

Kinder fühlen sich genau dann wohl, sicher und orientiert, wenn eine gewisse Routine stattfindet. Denn sie wissen was passiert. Wenn wir das Ganze umdrehen würden: Wie würden wir Erwachsene uns fühlen, wenn wir absolut nicht einschätzen könnten, was in der nächsten Stunde, heute Abend oder vielleicht morgen passieren würde? Ganz genau! Wir würden uns unwohl und verunsichert fühlen. Nicht umsonst ist das Gefühl der Unsicherheit, eines der am Bedrückendsten. Auch wir Erwachsene mögen Gewissheit, wir wollen genauso so wissen, was passiert. Gepaart mit Ängsten können Unsicherheiten sogar zu Depressionen führen.

Es gibt einen wesentlichen Punkt, der uns Erwachsene von Kindern unterscheidet: wir Erwachsene haben eine bessere Resilienzfähigkeit. Was heißt das?

„Resilienzfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.“

Wir Erwachsene haben bereits einige Erfahrungen gesammelt, Enttäuschungen erlebt, Niederlagen ertragen müssen und wir haben daraus gelernt. Unsere Kinder noch nicht, zumindest noch nicht in diesem Ausmaß. Aus diesem Grund ist Struktur und Routine für unsere Kinder so wichtig, damit sie sich daran festhalten und orientieren können. Es ist sozusagen ihr Anker. Vor allem jetzt, in dieser herausfordernden Zeit, in der wir uns ALLE befinden, ist sie umso wichtiger.

Jetzt stehen wir vor Herausforderungen, welche den bisherigen Alltag gravierend auf den Kopf stellen. Wir müssen eine neue Struktur, einen neuen Tagesablauf erarbeiten. Und das ist nicht immer leicht und vor allem bedarf es an Geduld, Geduld und nochmals Geduld. An neue Verhaltensweisen muss man sich erst gewöhnen.

Nehmen Sie sich Zeit und erstellen Sie einen Plan, möglichst genau, Stunde für Stunde. In einem meiner letzten Posts habe ich einen aus meinem Alltag gepostet. Vielleicht dient er den einen oder anderen als Leitfaden für seinen eigenen, ganz persönlichen.

Auch uns Erwachsenen tut Routine und Struktur gut! Struktur hilft gegen Chaos, gibt Sicherheit und stärkt in Stresssituationen. Und vor allem hat man etwas zu tun!
Ich weiß, es ist nicht immer leicht und wenn der Tag heute nicht gut war, dann war er eben nicht gut, aber wir halten an den Willen, es morgen wieder besser zu machen, fest. Wir Eltern sind nun mal keine Erziehungsroboter, aber wir haben unseren Kindern gegenüber eine Verantwortung!

Besondere Situationen, wie sie aktuell stattfinden, benötigen manchmal besondere Maßnahmen oder Taten und daraus können wir auch gern mal positiv Besetzte machen. Meine Kinder z.B. haben neulich, an einem dieser schönen Frühlingstage, ein Eis bekommen. Eigentlich nicht üblich bei uns, vor allem nicht zu dieser Jahreszeit, ABER Sie können sich vorstellen, wie sehr sich die Kinder darüber gefreut haben. Strahlende Kinderaugen sind einfach etwas Besonderes! 

Es ist mir noch ein weiteres großes Anliegen, folgendes zu erwähnen: 

Lasst uns versuchen, unsere Kinder, so gut es geht, von aktuellen Medienberichten fernzuhalten. Lasst uns versuchen, nicht vor unseren Kindern über unsere eigenen Ängste und Sorgen zu sprechen. Vor allem nicht vor unseren Kleineren. Ich weiß, dass es schwer ist, vor allem dann, wenn Ängste (Existenzängste, Gesundheitssorgen, etc….) sehr unseren Alltag bestimmen. Kinder schnappen alles auf, sie sind wie ein Schwamm, der mit Infos - jeglicher Art – vollgesaugt wird. Oft werden nur Fragmente aufgeschnappt, wie aktuell: tot, infiziert, alte Mensch sterben, verseucht, Krankenhaus, bedrohlich, Ausnahmesituation, Isolation, allein, etc. Diese Worte machen Angst und verunsichern. Kinder können diese nicht adäquat verarbeiten oder zuordnen. Ängste können unter Umständen Verhaltensänderungen und Entwicklungsrückschritte bei unseren Kindern auslösen, vor allem dann, wenn sie anhaltend sind.

Wir alle sitzen im gleichen Boot, wir alle haben Ängst und Sorgen. Für uns alle bedeutet es Veränderung, auch wenn nicht gewollt bzw. freiwillig. Für uns alle stellt es eine massive Herausforderung dar. Versuchen wir unseren Kindern, etwas Normalität, Zuversicht und Freude zu vermitteln. 💚  Es sind noch kleine Kinderseelen! Lasst uns über unsere Ängste mit unseren Partner/Freunden/ unserer Familie reden, wenn die Kinder im Bett oder im Garten sind.

DANKE FÜR ALLES! Auch wenn dieser Beitrag nur eine Person erreicht hat und damit geholfen werden konnte, bin ich dankbar! 

 

Alles Liebe und bleiben Sie gesund! 🍀