Was der Begriff „Rasenmähereltern“ mit Frustrationstoleranz zu tun hat!

Wenn das Wutmonster bei unseren Kleinen durchkommt, fühlen wir uns als Eltern manchmal hilflos und empfinden manchmal sogar Scham, vor allem in der Öffentlichkeit. Aber woher kommt diese explosive Wut unserer Kleinen eigentlich?

 

Mit Kritik und Misserfolg umzugehen, stellt  für unsere Kinder eine große Herausforderung dar. Mal abwarten zu müssen, nicht alles gleich an Ort und Stelle zu bekommen, nicht als erster beim Gemeinschaftsspiel als Teammitglied gewählt zu werden, neben der Freundin eine weitere Freundin zu akzeptieren, welche man eigentlich gar nicht mag, etc., das alles sind Situationen, welche das Wutmonster aus der Höhle hervorlocken und in Aktion rufen. Es wird gebrüllt, herumgeschlagen, gebockt und jegliche beruhigende Maßnahme scheint zwecklos.

 

Aber woher nun, woher kommt diese scheinbar unbändige Wut? Möglicherweise von einer niedrigen oder fehlende Frustrationstoleranz! Und was ist das genau? Frustrationstoleranz stellt die Fähigkeit, mit Enttäuschungen klar zu kommen, dar und gehört zum Bereich der emotionalen Intelligenz, so wie z.B. die Fähigkeit, Einfühlungsvermögen oder Konfliktbereitschaft zu zeigen. Wie kommt es zu einer niedrigen Frustrationstoleranz? Manchmal – meist unbewusst - tendieren Eltern dazu, ihre Kinder vor jegliche Enttäuschung oder Anstrengung zu bewahren und bevor man sich einer Diskussion mit dem eigenen Kind stellt oder enttäuschte Kinderaugen sieht, wird eben nachgegeben. Sie mähen sozusagen den Weg für Ihre Kinder frei, damit sie nicht auf Hindernisse stoßen („Rasenmähereltern“). Dies hat jedoch fatale Konsequenzen für das Kind. Es lernt nicht, eine adäquate bzw. angemessene Frustrationstoleranz aufzubauen. Es lernt, dass es mit seinem trotzigen Verhalten Erfolg hat.  

 

Das Kind weiß jedoch noch nicht, dass der Lehrer oder die Lehrerin in der Schule oder andere Kinder nicht immer so verständnisvoll und nachgebend agieren, wie seine Eltern es tun und es wird unweigerlich mit Gegenwind konfrontiert. Vor allem in Kontakt mit anderen Kindern zeigt sich eine mangelnde Frustrationstoleranz. Betroffene zeigen sich als lustige Spielkameraden, aber nur so lange ALLES nach ihren Wünschen und Vorstellungen läuft. Passiert dies nicht, reagieren sie bockig, ja sogar aggressiv. Es wird eine so starke Ungerechtigkeit empfunden, dass das betroffene Kind gar nicht anders kann, als emotional so stark zu reagieren, dass andere beteiligte Personen/Kinder dadurch irritiert oder sogar erschrocken sein können. Mögliche Folge: das Kind wird von anderen gemieden und wird zum Außenseiter!

 

Manchen gelingt es gut, mit Frust umzugehen und Manche brauchen dabei mehr Unterstützung. Wir Erwachsene können einen wesentlichen Teil dazu beitragen und unsere Kleinen dabei helfen, dass sie sich emotional weiterentwickeln.

 

 

Tipp: Üben Sie mit Ihrem Kind mit Frust umzugehen! Spielen Sie, zum Beispiel, mit Ihrem Kind Gesellschaftsspiele und lassen Sie es nicht immer gewinnen!